Keine Zeit für heulende Kinder? - Nichts muss so bleiben wie es ist!

 Mutter vom zweijährigen Sohn:

„Ja, ich muss arbeiten gehen sonst reicht es uns nicht.“

Ich möchte ein paar Fragen stellen um das „muss“ zu hinterfragen.

Was brauchen wir um zu leben?

Warum sind wir manchmal mit den schnellen Lösungen so schnell zufrieden auch wenn sie uns gar nicht zufrieden stellen?

Ich war letztens auf einem Konzert in Erfurt – „Imuvrini“ eine korsische Band, die ich sehr liebe, da ließ der Bandleiter einen Satz fallen der mich „antickte“.

„Ich bin froh aus einem Land zu kommen in dem es eine Ehre ist alt zu werden.“

Ich habe in das Buch von Eva Herman „Das Eva Prinzip“ reingelesen und ich stimme mit Ihr überein dass Kinder und Familien einen andern Platz in der Gesellschaft bekommen müssen.

Was könnte eine Veränderung hervorbringen?

Irgendwelche Werbekampagnen mit Slogans „Mehr Zeit für Kinder“?

Sicher nicht.

„Zeit ist Geld.“ Stimmt.

Veränderung hat immer mit Prioritäten zu tun.

Zeit und Geld, das sind zwei Ressourcen, an denen sich unsere Prioritäten festmachen.

Bewusst oder unbewusst aber das ist Fakt.

Wer mehr Zeit für Familie oder alte Menschen haben will der braucht beides.

Aber wie viel von beidem.

Diese Frage stell ich mir.

Wer in unserer Zeit mit Würde Familie leben will, die Kinder in Freiheit und sicheren Rahmen aufwachsen sollen der muss sich dieser Frage stellen.

Wieviel Spielzeuge und tolle Klamotten brauchen Kinder? Und wie viel Liebe und Zeit brauchen Kinder?

Wieviel Bio Gemüse und Auslandsurlaube brauchen gestresste Eltern?

Wie willst Du leben?

Veränderung fängt immer mit den richtigen Fragen an.

Der oben zitierte Satz hat mich angesprochen weil ich wahrnehme, dass uns in unserer Leistungsgesellschaft etwas verloren gegangen scheint, etwas wie mir scheint, was mit Würde zu tun hat.

Zeit zu haben für die nicht kalkulierbaren Dinge des Lebens.

Krankheit, Frust, quängelnde Kinder, fröhliche Kinder, weinende Kinder, weinende Eltern, genervte Eltern, alte Menschen die ein anderes Tempo gehen…..

Ich glaube, es ist fatal wenn wir  gesellschaftliche Lebenskonzepte  leben, ohne darüber nachgedacht zu haben, wie wir denn leben wollen.

Das Tempo um uns rum wird nicht langsamer gehen, egal ob auf die Wirtschaft/Globalisierung, Technik bezogen, oder die explodierende  Informationsflut, die ständig Entscheidungen von uns fordert.

Wo ist Zeit für die Dinge des Lebens die so schwer kalkulierbar sind, die aber das Menschsein ausmachen, dem Menschen Würde geben?

Deswegen kann ich dieses Thema nicht nur auf Kinder beziehen sondern natürlich auch auf uns Eltern.

Wie willst Du leben? Wie sollen unsere Kinder leben und wie wollen wir alt werden?

Zeit und Geld – daran macht es sich fest, wie wir leben wollen. Da werden die Prioritäten gesetzt. Und da entscheiden immer noch wir als Eltern.

Diese Verantwortung können wir nicht mal unserem Staat zuschieben, denn am Ende geht es doch um unser Leben und das unserer Kinder. Ob wir am Ende zufrieden sind damit. Deswegen behaupte ich provozierend, - nichts muss so bleiben wie es ist.

Und vieles ist möglich wenn wir uns auf den Weg machen zu fragen wir leben wollen und wie nicht.

Auf diesem Weg wird es ohne Verzicht nicht gehen, aber mit einen deutlichem Anstieg unserer Lebensqualität und Würde, damit das auch unserer Kinder.

Sich für etwas zu entscheiden, bedeutet ja auch immer sich gegen etwas zu entscheiden.

Das ist es doch gut zu wissen wofür. Nichts muss so bleiben wie es ist. 

Veröffentlicht in: on März 6, 2008 at 8:21 Uhr nachmittags Kommentare (3)

Es gibt keine Gerechtigkeit!?!

Es steht nun schon länger aus diese Story, denn sie ist schon so oft erzählt worden und „die  Moral aus der „Geschicht“ wird inzwischen schon zitiert……

Es geschah im Sommer 2007, mein Ehemann und ich und unser Freund Axel haben uns aufgemacht um gemeinsam Urlaub zu machen. Zielort: Schweiz/Monstein.

Was hat die Schweiz Gutes zu bieten, da gäbe es viel zu sagen , aber was bringt Menschen dazu in die Schweiz zu gehen? Die Berge, die Seen, die Leute?

Ich sage:  die Schweizer Schokolade!

Schon beim erstem Einkauf holten wir 10 Tafeln Schokolade – ein Schnäppchen beim Migros.

Da wir immerhin drei ausgewachsene Erwachsene im besten Alter waren und drei Kleinkinder war dies für uns ein gutes Angebot wo wir gleich zu griffen.

Das Zehnerpack wurde Zuhause fein säuberlich in dem „Süßigkeiten und Knabberschrank“ verstaut. Für Kinder nicht zugänglich.

Erster Tag nach dem Kauf: 

Kinder machen Mittagspause.

Zeit für einen Kaffee und Schokoschub für die Erwachsenen.

Der Griff zur ersten Tafel – jeder bekommt einen Riegel.

Genuss und Ruhe- ach, das Leben ist schön!

Zweiter Tag: 

Kinder machen Mittagspause.

Zeit für Schokolade.

Jeder erhält einen Riegel.

Genuss und Ruhe – Ach, ist das Leben schön.

Obwohl so ein Riegel kann schön mickrig sein.

Na ja, niemand scheint das hier zu stören.

Aber ein bisschen komisch ist das schon.

So rationiert alles.

Dritter Tag: 

Kinder machen Mittagspause.

Zeit für Pause.

Jeder erhält seine Ration.

Sind wir hier auf einer Bergexpedition oder was?

In mir regt sich der Widerstand.

 Vierter Tag:

 Und so ging es weiter….

Ich finde diesen Gerechtigkeitsfanatismus ziemlich daneben.

Ich bin bereit ihn zu durchbrechen.

Ich bin allein.

Die Gelegenheit um auszusteigen aus diesem Spiel.

Ich gehe zum Schrank, hole mir meine Lieblingstafel und esse genüsslich die Tafel solange bis mein Schokoladenhunger gestillt ist.

Das ist Leben – in mir scheint wieder etwas zurechtgerückt zu sein.

Mir geht es gut.

Fünfter Tag:

 Mittagspause, die Kinder schlafen.

Zeit für Pause für die Erwachsenen.

Entrüstete Stimme:„Wer hat die …tafel gegesssen?“

„Ich.“

Entrüstete Stimme:„Du?.“„Das war meine Lieblingstafel!“

Ich: „Schade. Da ist noch ein bisschen was da. Die Tafeln reichen sowieso nicht, wir müssen  noch mal welche kaufen.“

Ich musste bald feststellen dass ich einen empfindlichen Nerv getroffen habe und ich keine Chance hatte gegen die Bestürzung von Axel und Marcus anzukommen.

Ich verstand die Welt nicht mehr ? Auf was für einen Trip waren die denn?

Irgendwann brach es aus mir hervor:

 „Es gibt keine Gerechtigkeit!“

 Jetzt war ich mit zwei Sozialpädagogen im Urlaub und dann war ich mit so viel Lebenskurzsichtigkeit konfrontiert.

 Kannst Du das verstehen?

 Wie ging es weiter? Wir gingen in diesem Urlaub nochmals zum Migros, und die Schokorationierung war ab dem Zeitpunkt aufgehoben.

 Und was ist die Moral von der Geschicht?

Es gibt keine Gerechtigkeit ! - aber Schokolade für alle .

       

Veröffentlicht in: on at 7:13 Uhr nachmittags Kommentare (3)

Reisbällchen “Familie”

Ja, ich wurde letzte Woche von einer Bekannten angesprochen warum ich denn so wenig schreiben würde- das liegt wohl daran daß mir momentan die zeitliche Kapazität fehlt, kontinuierlicher hier aufzukreuzen. Da meine jüngste Tochter, Sara, (2 1/2 Jahre) noch nicht in den Kindergarten geht, und meine große Tochter Melanie dann Nachmittags auch wieder Zuhause ist, sind die zeitlichen Freiräume für mich begrenzt. Ich hoffe das Sara dann ab Frühjahr 2008 in den Kindergarten kommen kann, dann werde ich doch häufiger hier auftauchen….

Es gibt keine Abkürzungen für den Wert den ich leben will, der Familie die Priorität zu geben, meinen Teil in die Familie reinzubringen und der heißt momentan auch die Vormittage mit dem Tempo meiner zweieinhalbjährigen Tochter zu gehen. Das heißt nicht daß meine Tochter den ganzen Vormittag “Programm” geboten bekommt, aber der Haushalt und sonstige Anforderungen müssen Ihrem Tempo angepaßt sein.

Das fällt mir nicht leicht (auch nicht nach vier Jahren Muttersein) aber ist gut so, alles hat seine Zeit.

Heute Morgen waren wir im Drogerie Markt Müller- fuhren mit dem Bobby Car dahin, und sie durfte an diesen ganzen Spielsachen von Fisher Prize rumdrücken (laute Spielzeuge gibt`s bei uns nicht so viele-ich finde Kinder sorgen schon für einen ausreichenden Lärmpegel). Einen sprechenden Plastikpapagei wollte sie der Rebekka zum Geburtstag kaufen, einer Freundin von Ihr die (wie alt wirst Du morgen,Rebekka?) im jungen Erwachsenenalter ist.

Wir haben ihn nicht gekauft.

Am spätem Vormittag wollte ich daß sie Ihren Hustentee (mit viel Honig) trinkt und gab Ihr die Perspektive daß sie anschließend einen Kaba zu trinken bekommt. Sie war entrüstet über meinen Vorschlag und schmieß den Hustenteebeutel in die vorbereitete Milch. Dann war`s bei mir vorbei mit dem Frieden- es ging ab in die Auszeit.

Nach ein paar Minuten holte ich sie raus (unser kleines Gästezimmer ist unser Auszeiraum), forderte sie auf sich für Ihr Verhalten zu entschuldigen (was sie dann auch tat) und sie trank dann tatsächlich innerhalb von paar Minuten Ihren Tee. Das war für Ihre Verhältnisse (oder verallgemeinernd für ein zweieinhalbjähriges Kind) doch eine recht schnelle Klärung.

Soviel zu meinen Vormittag heute.

Also wenn Du ein empfehlenwertes Buch oder Artikel hast zum Umgang mit Kindern in diesem Alter- nur her damit.

Veröffentlicht in: on November 28, 2007 at 3:03 Uhr nachmittags Kommentare (3)

Hoffnung

Dieses Gedicht ist entstanden in einer Phase wo wir als Gemeinschaft uns intensiv Gedanken gemacht darrüber wer wir sind oder nicht sind und wie wir leben wollen. Das Ergebnis dieses Prozesses war nicht absehbar und so drückt dieses Gedicht meinen Kampf um das Loslassen diesen Prozesses aus. Konkret ging es für mich um das loslassen von Menschen und Zielen, die mir alles bedeuteten.

    

hoffnung      

wo schauen wir hin 

wo siehst du hoffnung am horizont  

oder ist in dir hoffnung 

ist hoffnung da, wo du bist 

wohin schaust du   

wohin schaute moses mutter, als sie ihr neugeborenes in ein weidenkörbchen legte und zum fluß brachte 

wohin schaute abraham, als er seinen sohn auf den altar legte 

wohin schaute david all die jahre, als er wie flüchtling leben musste 

sahen sie nicht alle eine hoffnungsvolle zukunft für sich und ihre kinder

 wohin   schaust du            

 Damaris Bittner 03.12.2006    

Veröffentlicht in: on Oktober 28, 2007 at 10:33 Uhr vormittags Kommentare (2)

Gedichte

Ich möchte in der kommenden Zeit immer wieder mal wieder eines meiner Gedichte hier reinfließen lassen. Ich hoffe sie inspirieren Euch.

Veröffentlicht in: on at 10:30 Uhr vormittags Kommentare (0)

Ein gewöhnlicher Sonntagmorgen.

Das läßt mich durchatmen, ein Sonntagmorgen einfach mit leckerem Frühstück und unfrisiert am Früstückstisch sitzend mit Marcus und Sara Lisa und Melanie. Das größte Ereignis von heute Morgen bestand darin daß das Lieblingsstofftier, Lissy, von meiner Tochter sich die Pfote an der Kerze verbrannt hatte. Daraufhin mußte diese natürlich verarztet werden, sie hat jetzt eine Verband um Ihre Pfote. Anschließend wurde noch eine Geburtstagsparty geschmißen für sie , zu der wir eingeladen waren. Das waren die großen Ereignisse des Vormittags, sowie gemeinsames abhängen auf dem Sofa, Eintauchen ins Nichtstun , Aneinander dransein ohne Programm zu haben. Das tut gut. Nach den vergangenen ereignisreichen Wochen ein angemessener Ausstieg für mich. Das celebrieren der einfachen Dinge des Lebens wie Essen und Ausruhen, Spazierengehen, Duschen, mit Jesus im Gespräch sein über Lust und Frust der vergangenen Tage, Wochen.

Veröffentlicht in: on at 10:22 Uhr vormittags Kommentare (1)

Eine ganz normale Woche

Eine ganz normale Woche liegt hinter mir (gibt es sowas in meinem Leben überhaupt?), mit vielen Kämpfen mit meiner zweieinhalbjährigen Tochter die es sich in den Kopf gesetzt zu haben schien: wie bringe ich meine Mama an Ihre Grenzen. So schien es, aber als erfahrene Mutter von zwei Kleinkindern weiß ich natürlich, dass da keine “Mamaverschwörung” im Gange ist, sondern schlicht und ergreifend Entwicklungprozeße bei meiner Tochter im Gange sind. Ja, sie hat es geschafft mich an meine Grenzen zu bringen und das war auch gut so. Ich habe diese Woche (mal wieder) meine “Vorstellungen” von dem dass und wie meine Tochter zu funktionieren hat, an den Nagel gehängt. Seitdem geht es mir und Ihr wieder besser. Wir haben heute Morgen zwei Mal hintereinander ein 20 teiliges Puzzel zusammengemacht - das gab es schon seit Wochen nicht mehr. Sie ist eine tolle Lady, unsere Sara Lisa.

Marcus B. und Susanne der Austausch vorgestern mit Euch hat mich da wieder in eine Spur gebracht. Danke.

Veröffentlicht in: on Oktober 12, 2007 at 12:58 Uhr nachmittags Kommentare (0)

Anfang

Hallo, heute ist meine Premiere des ersten Blogeintrags. Es fühlt sich gut an, einen Anfang zu machen. Was erwartet mich jetzt? Ich weiß es selber nicht genau, aber ich bin definfitiv gespannt.Danke “M & M” daß Ihr mich dazu motiviert und angestachelt habt.

Veröffentlicht in: on August 21, 2007 at 7:15 Uhr nachmittags Kommentare (3)